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Vierter Reisetag, nachmittags: Begegnung mit Südkapern

Wir steigen also in das (kleine) Boot und lassen uns auf der Fahrt erstmal einiges über die Wale erzählen, die sich in dieser Bucht aufhalten: die Südkapern. Im nachhinein habe ich auf Wikipedia noch einiges mehr über die Südkaper nachgelesen. Sie gehören zur Familie der Glattwale, haben also keine Rückenfinne, und weisen immer einen Art Bewuchs oder Wucherung auf. Dieser Bewuchs ist individuell ausgeprägt, daher dient der Bewuchs am Oberkiefer (auf deutsch nennt man ihn Mütze) zur Identifikation, ähnlich eines Fingerabdrucks.

Sie werden bis zu 18m gross und 80t schwer. Es unglaublich, ein Tier von der Grösse eines Busses sich bewegen zu sehen. Dabei gibt es Wale, die noch grösser werden: der Blauwal wird bis zu 33m lang und 200t schwer. Trotzdem darf die (männliche) Südkaper laut Wikipedia einen anderen Grössenrekord für sich in Anspruch nehmen: sie hat in der Tierwelt die grössten Hoden (2mal 500kg). Bei einem Samenerguss werden bis zu 20 Liter Sperma freigesetzt. Das Ergebnis ist, ein Jahr später, ein 5 bis 6 Meter langes, 1000 bis 1500 kg schweres Kalb. Um ebendiese Kälber auf die Welt zu bringen und die ersten Monate aufzuziehen, ziehen sich die Mütter in die Buchten um die Halbinsel Valdés zurück, wo es wenig Gefahren und ruhiges Wasser gibt. Als wir dort waren, waren es etwa 650 Tiere, die sich in der Bucht aufhielten. Die Männer treiben sich unterdessen irgendwo anders rum, wo's mehr zu essen gibt.

So, lange genug geschrieben, jetzt kommen Fotos: gleich auf der ersten Fahrt boten die Wale uns einige Spektakel. Zum einen produzieren sie das berühmte Pschschsch-Geräusch, wenn sie ausatmen, begleitet von der Gischtfontäne. Die ist allerdings ziemlich schwer zu fotografieren, sie sieht ungefähr so aus:
Von Reise zur Peninsula Valdès

Vor Tauchgängen intensivieren sie dieses Blasen einige Male, um viel Sauerstoff in ihre Lungen zu bekommen, und tauchen dann ab. Beim Abtauchen hebt sich die Schwanzflosse aus dem Wasser. Das sieht unglaublich schön aus, und vermittelt gleichzeitig einen Eindruck von grosser Kraft, zum Beispiel so:

Manchmal auch sehr nahe am Boot und extrem fotogen, nämlich so:

Von Reise zur Peninsula Valdès

Oder, auch sehr hübsch, gegen die Abendsonne:




Von Reise zur Peninsula Valdès

Die ganze Fahrt dauerte eineinhalb Stunden. Fast zu Anfang begegneten wir einem sehr neugierigen Wal, der sich langsam näherte:


Noch näher:


Hier lassen sich schon sehr gut die zu Anfang erwähnten Hautwucherungen erkennen, anhand derer man die einzelnen Individuen unterscheiden kann. Dann kam er (bzw. sie) so nah, dass er sanft das Boot berührte, und Mireille sich, trotz Verbot des Bootsführers, ausstreckte, um einmal in ihrem Leben einen Wal zu berühren. Es fehlten nur 2-3 Zentimeter:

Zum Schluss hatten wir sogar noch das Glück, einen springenden Wal zu sehen. Das hat mich aber so überrascht, dass mein Finger - obwohl er mehrmals gesprungen ist - nicht schnell genug am Auslöser war. Ich habe von diesen Sprüngen nur ein einziges brauchbares Foto:

Man sieht hier sehr schön, dass Wale mit dem Bauch nach oben springen. Zwei Tage später haben wir einen zweiten Walausflug unternommen, wo wir Glück (und bessere Reaktionszeiten) hatten, um weitere Fotos von einem springenden Wal zu machen. Mit anderen Worten: Fortsetzung folgt...

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